Transparenz bei Gold: Die Schweizerische Edelmetallvereinigung führt die neue Plattform zur Herkunft der in der Schweiz verarbeiteten Metalle ein

Die Herkunft des in der Schweiz verarbeiteten Goldes transparent werden zu lassen und dazu beitragen, das Vertrauen in den Sektor der Edelmetalle zu stärken. Dies ist das Ziel der Swiss Precious Metals Transparency Platform (SPMTP), der neuen Plattform, die heute von der Schweizerischen Edelmetallvereinigung (ASMP) eingeführt wurde und der Öffentlichkeit kostenlos unter pm-transparency.swiss zugänglich ist.

Die Initiative stellt einen konkreten Schritt innerhalb eines umfassenderen Weges hin zu mehr Transparenz dar, den die ASMP vor dem Hintergrund einer zunehmend intensiven öffentlichen Debatte über die Herkunft der Edelmetalle und die globalen Lieferketten eingeschlagen hat. Ein Thema, das bereits im vergangenen Oktober auf großes Interesse seitens der Zivilgesellschaft gestoßen war, als der Verband die Implementierung dieses Instruments angekündigt hatte. Mit der Einführung der Plattform kommt der Verband seinen eingegangenen Verpflichtungen rasch nach und setzt diese in konkrete Maßnahmen um.

Ein einfaches Instrument, um die Herkunft von Gold nachzuvollziehen
Die Swiss Precious Metals Transparency Platform, abrufbar unter pm-transparency.swiss, ermöglicht es jedermann, auf einfache und intuitive Weise nachzuvollziehen, woher das von den Mitgliedern des Verbandes in der Schweiz verarbeitete Gold stammt, dies ohne komplexe Importstatistiken konsultieren zu müssen. Durch die einfache Auswahl eines Landes auf einer geografischen Karte lässt sich erkennen, wie viel Gold aus der jeweiligen Region stammt, um welche Art von Gold es sich handelt (Gold aus industriellem Bergbau, aus Kleinbergbau oder recyceltes Gold) sowie wer der Lieferant ist. Die derzeit verfügbaren Daten beziehen sich auf das Jahr 2024 und werden im Laufe des ersten Quartals auf 2025 aktualisiert. Die Plattform, welche schrittweise um weitere Funktionen erweitert wird, wird jährlich mit den aktuellsten Daten auf den neuesten Stand gebracht.
Die Website enthält außerdem allgemein verständliche Inhalte, die dazu gedacht sind, die Funktionsweise eines Sektors zu erklären, der oft als komplex und schwer zugänglich wahrgenommen wird. „Mit diesem Instrument möchten wir nicht nur Informationen zugänglich machen, die bisher schwer zu beschaffen oder zu interpretieren waren bzw. der Öffentlichkeit nicht direkt zugänglich waren, sondern auch den Dialog mit der Zivilgesellschaft fördern. Transparenz und Dialog sind zentrale Elemente, um das Vertrauen in unseren Sektor zu stärken. Die Plattform basiert auf qualitativ hochwertigen Daten und wird nicht zuletzt eine zunehmend wichtige Rolle als Instrument zur Überprüfung und proaktiven Kontrolle spielen“, erklärt Christoph Wild, Präsident der Schweizerischen Edelmetallvereinigung.

Transparenz und Kontrolle
Neben der öffentlichen Ebene umfasst die Plattform auch einen nicht sichtbaren Teil, der der Zentralstelle für Edelmetallkontrolle vorbehalten ist, die an der Entwicklung der Plattform beteiligt war. Das Bundesamt wird auf die von den einzelnen Mitgliedern des Verbands hochgeladenen Daten in disaggregierter Form zugreifen können und diese zur Unterstützung der bereits durchgeführten Prüfungen der Raffinerien nutzen.
Mit der Plattform schafft die ASMP somit ein innovatives Instrument, das den Behörden eine strukturierte und regelmäßig aktualisierte Datenquelle zur Verfügung stellt, die als Ergänzung zu den bereits bestehenden Kontrollprozessen der Edelmetallkontrolle genutzt werden kann. Die Initiative trägt damit dazu bei, das den Behörden zur Verfügung stehende Informationssystem zu stärken und die bereits hohen Standards, die den Schweizer Edelmetallsektor auszeichnen, weiter zu festigen.

Ein langfristiges Engagement für die Schweizer Führungsrolle
Die Swiss Precious Metals Transparency Platform wurde in Zusammenarbeit mit aXedras, einem Schweizer Unternehmen, das auf digitale Lösungen für den Edelmetallsektor spezialisiert ist, entwickelt. Das Projekt stellt weltweit eines der ersten Beispiele dieser Art dar und kann auch als Modell für andere Branchen mit komplexen Lieferketten dienen.
Die Einführung der Anwendung ist Teil eines umfassenderen Engagements der ASMP, das darauf abzielt, die Transparenz und Aufsicht im Schweizer Edelmetallsektor weiter zu stärken und damit gleichzeitig die Rolle des Zentralbüros für die Kontrolle von Edelmetallen noch stärker zu fördern. Mit dieser Initiative hält der Verband das gegenüber der Zivilgesellschaft gegebene Versprechen ein und bekräftigt seinen Willen, die Führungsrolle der Schweiz als globales Zentrum für Exzellenz, Qualität und Verantwortung im Edelmetallsektor weiter auszubauen.

ASMP – Gegründet im Jahre 1978, vereint die Schweizerische Edelmetallvereinigung (ASMP) 16 Unternehmen, welche Edelmetalle verarbeiten und handeln. Zu seinen Mitgliedern, die rund 75 % des in die Schweiz importierten Goldes (70 Milliarden US-Dollar) raffinieren, gehören drei der weltweit führenden Raffinerien. Die schweizerischen Edelmetallraffinerien halten sich an die Richtlinien der London Bullion Market Association, der Referenzbehörde der Branche, sowie an die OECD-Leitsätze für eine verantwortungsvolle Beschaffung von Materialien aus Konflikt- oder Hochrisikogebieten. Auf Bundesebene unterliegen die Unternehmen der Branche dem Geldwäschereigesetz (GwG) und der Zentralstelle für Edelmetallkontrolle, welche dem Eidgenössischen Zoll- und Grenzsicherheitsamt (EZG) untersteht.

Für weitere Informationen:
Association Suisse des Métaux Précieux (ASMP)
2074 Marin-Epagnier
www.asmp.swiss
info@asmp.swiss